Schimmelpilze, die im Zusammenhang mit Feuchteschäden auftreten, können eine toxische und infektiöse Wirkung haben. Mit dem Wissen der Gesundheitsgefährdung, sollten Sie sich sofort Hilfe durch einen Bausachverständigen holen, denn er kennt die Ursachen von Schimmel und kann Abhilfe verschaffen.
Bei muffigem Geruch oder Hinweisen auf gegenwärtige oder ehemalige Feuchtigkeitsprobleme empfiehlt es sich den Rat eines Spezialisten für Bauphysik und Bauschäden einzuholen. Sichtbarer Schimmelbewuchs sollte schnell und fachgerecht beseitigt werden und die Ursachen müssen behoben werden.
Wenn Sie in Ihren Gebäude und Räumen Schimmelpilze vermuten, aber kein Schimmelpilzbefall sichtbar ist, empfiehlt sich eine Raumluftmessung auf Schimmelpilzsporen durch einen Sachverständigen.
Die untersuchten Räume dürfen acht Stunden vor der Messung nicht gelüftet werden. In einer bewohnten Wohnung mit einem ausgeprägten Schimmelschaden ist das nicht zumutbar.
Ist Schimmelpilzbefall sichtbar, kann dieser direkt untersucht werden. Es können Materialproben (z. B. Tapetenstücke) oder Oberflächenproben genommen werden und diese können im Fachlabor untersucht werden. So ist eine Raumluftuntersuchung nicht unbedingt erforderlich.
Wichtiger als die Bestimmung der vorhanden Schimmelpilzarten ist jedoch das Klären der Ursache des Schimmelbefalls.





Nein, mit bloßem Auge ist es selbst für erfahrene Diagnostiker unmöglich, die Schimmelpilzart genau zu erkennen und damit die Gefahr abzuschätzen. Einige, sehr prägnante Sporen können, wenn sie in gutem Zustand sind, mit einem Lichtmikroskop der entsprechenden Gattung zugeordnet werden.
Das sind Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze, die sich an Nanostaubpartikel in der Wohnung legen und so in alle Lebensbereiche gelangen. Man kennt heute mehr als 300 Arten.
Über Nahrungsaufnahme, durch Inhalation von Pilzsporen bzw. Pilzbruchstücken und durch Berührung über die Haut.
Es gibt akute und chronische Vergiftungen. Geschädigt werden vor allem Leber, Nieren, Haut und Schleimhäute und das zentrale Nervensystem. Es können hormonähnliche Wirkungen auftreten, das Immunsystem kann geschwächt werden. Schimmelpilze können krebserregend, fruchtschädigend und erbschädigend u. U. sogar tödlich wirken.
Aflatoxine sind die stärksten natürlich vorkommenden, oral aufnehmbaren kanzerogenen Verbindungen.
In Pistazien, Erdnüssen, Paranüssen, Pecanüssen, Sonnenblumenkernen, Walnüssen und Haselnüssen. In Getreidekörnern, insbesondere Mais, weniger in Reis, Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Hirse.
Nein. Sie sind weitgehend hitzestabil.
Grundsätzlich sollten verschimmelte oder auch nur angeschimmelte Lebensmittel entsorgt werden. Schimmelpilze und deren Gifte können auch den Haustieren ebenso gefährlich werden wie dem Menschen. Auch den berühmten Oberflächenschimmel auf Marmelade kann man nicht entfernen. Die Mycelien wachsen unsichtbar durch das gesamte Produkt.
Das Wachstum ist abhängig von den Umwelt- und Nährstoffbedingungen. Je nach Alter und Nährsubstrat können vor allem ältere Schimmelpilze unterschiedlich stark Pigmente einlagern und somit unterschiedliche Färbungen annehmen.
Unter optimalen Bedingungen kann ein Schimmelpilz auf einem Nährboden in 24 Stunden mehrere Zentimeter wachsen. Extreme Schimmelpilze können sich binnen 48 Stunden über große Flächen
ausbreiten. Dieses Phänomen ist beispielsweise nach Brandschäden und massivem Löschwassereinsatz bekannt.
Nein, es gibt verschiedene Schimmelpilzarten mit unterschiedlichem Gefährdungspotential. Es ist ausserdem von Faktoren Zeit, Menge, Empfindlichkeit des Menschen abhängig, wie stark Schimmelpilze die Gesundheit des Individuums beieinträchtigen können.
Das, was als Schimmel auf der Oberfläche wahrgenommen wird, stellt lediglich die Konidien, die „Früchte“ des Schimmels an der Oberfläche dar. Das Problem liegt tiefer, an der „Wurzel“. Das Substratmycel dringt u. U. tief in den Wandbelag ein. Beim einfachen Abwischen oder Abwaschen werden diese Pilzbestandteile nicht entfernt und nach einiger Zeit tritt das alte Problem wieder auf.
Nein, der Schimmelpilz verharrt in einem Stadium der Überdauerung. Ist wieder genügend Feuchtigkeit vorhanden setzt neues Wachstum ein.
Essig kann durch eine kurzfristige pH- Absenkung des Nährmediums das Schimmelpilzwachstum stören. Kalkhaltige Wandoberflächen neutralisieren jedoch den Essig und es bleiben organische Essigbestandteile zurück, die das neue Schimmelpilzwachstum sogar fördern können!
Chlor bewirkt eine Zerstörung der Zellwände. Die Methode ist hilfreich, hat allerdings gravierende Nachteile! Chlorgase können reizend auf die Schleimhäute wirken, Augenbrennen, Reizhusten, Hautausschläge können die Folge sein. In hoher Konzentration können Chlorgase tödlich wirken. Ein Abbauprodukt von Chlor ist Trihalomethan, ein giftiger Stoff, der krebserregend ist. Darüber hinaus hält sich der unangenehme Geruch lange in den Wohnräumen.
Ab einer Größe von etwa 0,5m2.
Wie kann ich feststellen, ob ich richtig lüfte, bzw. ob meine Wohnung anfällig für Schimmelpilzbefall ist?
Auf das Gefühl ist kein Verlass!
Jeder Mensch hat ein anderes Empfinden. Kondenswasserbildung an Scheiben oder Spiegeln ist ein sicheres Zeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit. Spätestens dann besteht die Notwendigkeit zum
Lüften. Eine gute Hilfe zur Kontrolle der Raumluftfeuchtigkeit sind digitale Hygrometer, die es ab etwa 20 € im Baumarkt zu kaufen gibt.
Einige Schimmelpilzarten produzieren sog. MVOC’s, geruchsbildende Stoffwechselprodukte, die wir wahrnehmen können. Dabei muss der Schimmelpilzbefall nicht einmal groß oder sogar sichtbar sein. Manchmal ist Geruch der einzige Hinweis auf einen Befall.
Im Winter kann die kalte, trockene Luft von draußen exzellent zum Lüften genutzt werden.
Es wird die sog. Stoßlüftung durchgeführt, d.h. die Fenster werden weit geöffnet, so dass Durchzug entsteht. Mehrmaliges kurzes Lüften am Tag (2 – 5 Minuten) ist ausreichend, dabei kühlt die Wohnung nicht aus, wenige Minuten nach dem Lüften ist die vorherrschende Raumtemperatur wieder erreicht. Selbst feuchte Luft bei Regenwetter kann noch eine entfeuchtende Wirkung auf die Innenraumluft haben! Im Sommer ist zu beachten, dass die scheinbar trockene, warme Außenluft schon relativ viel Wasser enthält. Lüftet man damit einen Keller, so kondensiert die warme Außenluft an den kalten Wänden und ein nicht gewünschter, gegenteiliger Effekt wird erzielt.
Im Sommer sollten deshalb die kühlen Nacht- oder frühen Morgenstunden zum Lüften genutzt werden
Meistens Ja! Keine Silikonabdichtung ist wirklich dicht. Selbst kleinste Spuren von Feuchtigkeit können hinter die Abdichtungen laufen und, wenn Sporen vorhanden sind, beginnen diese mit ihrem Wachstum. Deshalb nach jeder Dusche oder jedem Bad sofort gründlich lüften und Oberflächen mit einem Tuch trockenreiben. Feuchte Handtücher nicht im Bad zum Trocknen aufhängen. Befallene Silikondichtungen sollten erneuert werden. Trotz ausreichenden Lüftens besteht immer noch hohe Luftfeuchtigkeit im Haus… Der Einsatz eines Luftentfeuchters kann sinnvoll sein, es kann jedoch auch eine Feuchtigkeitsquelle vorhanden sein, die gesucht und beseitigt werden muss. Dabei ist auch immer das Alter der Bausubstanz zu berücksichtigen (z.B. Neubaufeuchte, Altbau)ebenso wie die Lage des Gebäudes z.B. Gewässernähe oder Waldrandlage.
Dieser Schimmelpilz ist in der Lage sehr toxische Schimmelpilzgifte aus der Gruppe der Trichothecene zu produzieren. Diese Toxine können durch Inhalation oder Hautkontakt aufgenommen werden.
Es kann zu Hautentzündungen, Nasenbluten, Atembeschwerden, Kopfschmerzen, Immunschwäche, Herzrhythmusstörungen und Lungenblutungen (besonders bei Kleinkindern) kommen. Es können Symptome einer Alzheimererkrankung bei einer Stachybotrysvergiftung auftreten. Im schlimmsten Fall ist eine Trichothecenvergiftung tödlich.
Kleinere Schäden, bis etwa 25cm2 können problemlos beseitigt werden. Wichtig ist der Schutz der eigenen Person (Schutzmaske, Schutzbrille, Handschuhe). Schimmelpilze immer nur in feuchtem Zustand entfernen, die Sporen dürfen sich nicht im Haus verteilen. Vorsicht ist bei feinen schwarzen oder dunkelbraunen, russartigen Befallsstellen geboten. Lieber einmal den Schimmelpilz identifizieren lassen, als in die Giftfalle zu tappen!
Schäden durch Stachybotrysbefall sollten immer nur durch die Fachfrau/ den Fachmann für Schimmelpilzsanierung entfernt werden! Zur Desinfektion können 70 – 80%-iger Alkohol oder Schimmelpilzentferner auf einer Fruchtsäurebasis (Apotheke) verwendet werden. Das mit Schimmelpilzen befallene Material muss vollständig entfernt werden. Die Ursache der Feuchtigkeit muss festgestellt werden. Bis zur endgültigen Beseitigung sollte eine Sporenverbreitung verhindert werden. Dazu kann die Befallsstelle mit selbstklebender Folie abgedeckt werden.
Auf chemische Behandlungen sollte, aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes, verzichtet werden.
Feststellen woher die Feuchtigkeit kommt, bzw. was die Befallsursache ist. (z.B. Kondenswasser, Rohrleitungsschaden, Undichtigkeiten in der Bausubstanz).
Ursächlichen Schaden beheben, Schimmelpilz desinfizieren und vollständig entfernen, nochmalige Desinfektion der ehemaligen Befallsstelle vornehmen, Bausubstanz trocknen, diffusionsoffene Materialien zur Wiederherstellung verwenden.
Bei Farbanstrichen keine Latexfarben verwenden, besser einen Kalkputz und Kalziumsilikatfarben auftragen. Kalkputze wirken aufgrund ihres hohen pH-Wertes schneller Schimmelpilzneubildung entgegen. Produkte mit Kalziumsilikat wirken feuchtigkeitsausgleichend auf das Raumklima.